Diffusionsoffen - Kondensat an der Scheibe

Was bedeutet diffusionsoffen?

22.01.2018 /Allgemein

Wenn man im Baugewerbe tätig ist, hat man öfters mit dem Begriff diffusionsoffen zu tun, doch was genau bedeutet das eigentlich?

Diffusionsoffen – Was heißt das eigentlich?

Je kälter und dichter ein Baustoff ist, desto mehr Wasserdampf aus der Raumluft schlägt sich am Material als Kondenswasser nieder. Ein dauerfeuchter Zustand kann zu erheblichen Schäden am Bauwerk führen. Bauteile, die Feuchte vorübergehend aufnehmen und nach und nach wieder abgeben, regulieren das Raumklima. Man sagt, dass diese Bauteile offen für die Diffusion des Dampfes sind.

In einem 4-Personen-Haushalt füllt ca. 11 Liter Wasserdampf pro Tag die Raumluft, da die Hausbewohner duschen, kochen und schwitzen. Die gasförmigen Wasserdampf-Moleküle verteilen sich gleichmäßig im Raum und schaffen einen bestimmten Dampfdruck. Dieser Dampfdruck wird als relative Luftfeuchtigkeit bezeichnet. Draußen, also im Freien, lässt sich der Dampfdruck bestimmen. Entspricht der Dampfdruck im Freien nicht dem Druck im Inneren des Hauses, entsteht ein Ungleichgewicht. In diesem Fall spricht man einem Dampfdruck-Gefälle. Der Dampfdruck entweicht auf die druckschwächere Seite des Baustoffs und diffundiert. Dadurch entsteht eine Ausgleichsströmung, die man auch Diffusion nennt.

Feuchte-Puffer bei Bauteilen

Bauteile, die Dampfdruck geringen Widerstand entgegensetzen, bezeichnet man diffusionsoffen. Viele Bauherren, die als Ziel ein „gesundes Wohnen“ haben, schätzen die Vorteile von wasserdampf-durchlässigen Dächern, Decken & Wänden. Wenn es im Raum feucht ist, werden Wassermoleküle in der jeweiligen Oberfläche gespeichert. Als Gegenleistung gibt sie Feuchtigkeit an die Raumluft ab, wenn sie zu trocken ist. Der Feuchte-Puffer arbeitet langsam, innerhalb von Stunden oder ganzen Tagen. Ca. zwei Prozent der Raumfeuchtigkeit durchquert das Bauteil tatsächlich.

Fazit – Diffusionsoffene Bauteile & luftdichte Hülle

Beachten Sie, dass man Badedampf und Kochdunst nicht per Diffusion los wird, denn die Dampfmoleküle bewegen sich nicht mit einer Luftströmung durch Baustoffe hindurch. Oft wird von „atmenden Wänden“ gesprochen. Das ist falsch, die gibt es nicht. Wenn es im Haus zieht, dann hat das Haus offene Fugen und verliert unnötig viel Heizwärme. Aus diesem Grund wird heutzutage auf eine luftdichte Gebäudehülle geachtet. Die aktuelle Energie-Einsparverordnung, kurz EnEV), schreibt eine luftdichte Gebäudehülle für Neubauten vor. Allerdings ist dies ein Vorteil mit Risiken, denn die richtige Lüftung ist hierbei umso wichtiger.

Diffusionsoffen - Luftdichte Gebäudehülle
Bildquelle: Ampack AG – Für ganzheitlichen Schutz der Gebäudehülle (www.ampack.de)